Nahrungsmittelunsicherheit in Nordkorea | Mission East

Nahrungsmittelunsicherheit in Nordkorea



Nahrungsmittelunsicherheit in Nordkorea

 

Nordkoreas Agrarproduktion ist gefährdet und kann nicht genug Nahrung für die Bevölkerung produzieren. Es gibt viele Gründe dafür. Die vielen Berge begrenzen die Größe der Fläche, wo angebaut werden kann. Darüber hinaus wird die Ernte regelmäßig von Überschwemmungen, Dürren und Insektenplagen zerstört. Weitere Gründe sind geringe landwirtschaftliche Vielfalt, ineffiziente Landwirtschaft, fehlende Mechanisierung und Kraftstoffversorgung und begrenzter Zugang zu externen landwirtschaftlichen Ressourcen und Finanzierungen. Dies bedeutet, dass die Regierung davon abhängig ist Nahrungsmittel zu importieren um den Restbedarf zu decken.
 
Man schätzt, dass ein Drittel der nordkoreanischen Kinder unter fünf Jahren unterernährt ist und zu langsam wächst. Bei der Nahrung fehlt es an Vielfalt, und den meisten Nordkoreanern fehlt es an Proteinen und Vitaminen von dem ihnen zugänglichen Essen. In den Provinzen mit der größten Nahrungsmittelunsicherheit wird der Anteil der an chronischen Unterernährung leidenden auf 45 Prozent geschätzt und 7,9 Prozent aller Kinder leiden an akuter Unterernährung.
 

Proteinmangel in 2013

Die Vegetationsperiode in 2012 wurde zuerst von einer Dürre im Frühling unterbrochen, und später von den Überschwemmungen und Taifunen im Sommer. Glücklicherweise, hatte es eine kleinere Auswirkung auf die Ernte als erwartet. Und trotzdem ist die Produktion der Sojabohnen um 30 Prozent gefallen. Sojabohnen sind die wichtigste Quelle von Proteinen für die meisten Nordkoreaner, die in der Regel keinen Zugang zu Fleisch oder anderen Quellen von Proteinen haben. Obwohl die allgemeine Lebensmittelknappheit nicht so schlimm wird, wie in den letzten Jahren, stellt die Mangelernährung weiterhin ein Risiko für die gefährdeten Bevölkerungsgruppen dar. (Mehr Einzelheiten im FNs November 2012 WFP/FAO crop assessment).
 

Mangel an Nahrungsmitteln in 2012

Die Wetterphänomene in 2011 haben die Saat während der Vegetationsperiode in 2011 geschädigt. Das hatte zu Folge, dass die Nahrungsmittelmenge für 2012 wieder zu gering war. Verstärkte Investitionen in die Landwirtschaft im Jahr 2011 hatten einige der Auswirkungen des Wetters ausgleichen können und den extremen Nahrungsmangel verhindern. Nichtsdestotrotz ist der Bedarf an Nahrungsmitteln größer als das, was die Regierung durch Import decken kann. (Mehr Einzelheiten im WFP/FAO Crop and Food Security Assesment Mission Report von November 2011).

Aufgrund des jetzigen schlechten Gesundheitszustandes kann eine neue Periode mit mangelnder Nahrung verheerende langzeitige Folgen für die Gesundheit von mehreren Bevölkerungsgruppen haben, und insbesondere für Kleinkinder und die Entwicklung des Fetusses bei Schwangeren. Diejenigen, die am meisten betroffen sind, brauchen Hilfe von der internationalen Gemeinschaft in dieser Zeit der großen Not.

Nahrungsmittelkrise 2011

Im Frühling von 2011 war es eindeutig, dass der harte Winter und die Frühlingsüberschwemmungen die Jahresernte von Winterweizen, Sommergerste, Kartoffeln und Kohl zerstören würden.

Darüber hinaus haben schlimme Stürme und Überschwemmungen im Sommer die Felder mit Reis und Mais im Flachland zerstört. Nordkoreas Möglichkeiten wurden reduziert durch steigende Nahrungsmittelpreise und Ölpreise und Nordkoreas fallende Exporteinnahmen. Nahrungsmittelhilfe aus dem Ausland wurde in den letzten Jahren reduziert.

Der Gesamteffekt ist, dass eine Hungersnot entstanden ist für etwa 6 Millionen Menschen. Besonders Menschen in den nördlichen und östlichen Provinzen des Landes sind stark betroffen und besonders betroffen sind die gefährdeten Gruppen wie Kinder, Schwangere, stillende Mütter, ältere Menschen, kinderreiche Familien mit wenigen Versorgern, Kranke und Menschen mit Behinderungen. Die täglichen Essensrationen, um welche sich das öffentliche Nahrungsmittelverteilungssystem kümmert, wurden auf einen Drittel des täglichen Kalorienbedarfs reduziert.

Man schätzt, dass mehr als jedes dritte Kind unter fünf Jahren in Nordkorea chronisch unterernährt ist und zu langsam wächst. Das Essen ist zu einseitig und die meisten Nordkoreaner bekommen nicht genügend Proteine und Vitamine aus dem ihnen vorhandenen Essen. Das Gesundheitspersonal berichtet von einer Steigung von 50 bis 100 Prozent in der Anzahl von unterernährten Kindern, die in 2011 in die Krankenhäuser eingeliefert wurden.